Posted by Lucas on

Weekly Sundae /// Boston Celtics

Kommen die Celtics endlich klar? Die Mannschaft aus Boston hat eine siegreiche Woche hingelegt und gezeigt, wie das ganze Talent im Kader gemeinsam funktionieren kann.

Data

Record

Gesamt: 41 – 26 /// diese Woche: 3 – 0

Standings

#5 Eastern Conference /// #3 Atlantic Division

Opponents & Scores

W at Warriors /// 128 – 95

W at Kings /// 111 – 109

W at Lakers /// 120 – 107

Team Leaders

Points Per Game /// Kyrie Irving

Assists Per Game /// Kyrie Irving

Rebounds Per Game /// Al Horford


 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Boston Celtics (@celtics) am

Style of Play

Das Hauptaugenmerk von Brad Stevens‘ Teams liegt traditionell auf der Verteidigung. Die Celtics befinden sich defensiv unter den fünf besten Mannschaften der Liga (DRtg 106,6). Bereits 15 Mal konnten sie ihre Gegner unter 100 Punkten halten und so den Sieg klar machen.

Auf dieser Seite des Feldes ist Al Horford mitunter der wichtigste Spieler. Der Center profitiert von seiner langjährigen Erfahrung und weiß daher, wo er zu stehen hat. Er ist nicht der athletische Shotblocker, der von der Helpside kommt und alles abräumt. Seine Länge und Fußarbeit setzt er allerdings so ein, dass er immer wieder wichtige Lücken schließt.

Kurz vor Ende der Partie bei den Sacramento Kings versperrt Horford De’Aaron Fox den Weg zum Ring und kann den vielleicht schnellsten Guard der Liga in Schach halten. Buddy Hield trifft hier zwar den tiefen Dreier und rettet damit den Angriff, doch was Horford gegen Fox leistet, sieht man selten von einem Center.

Fox aufzuhalten ist den Celtics vor allem in Transition und der Early Offense so gut wie nicht gelungen. Immer wieder zog der Kings Guard das Tempo an und überrumpelte die unorganisierte Transition-Defense der Celtics. Zu oft war zu beobachten, dass die Spieler von Brad Stevens lässig zurück joggten, während Fox die Jets anwarf.

Wenn die Celtics es schaffen, Turnover zu erzwingen und selbst schnell nach vorne zu spielen, punkten nur wenige Teams effizienter (1,12 Punkte pro Ballbesitz in Transition /// 7. Platz). Besonders Marcus Smart ist diesbezüglich so wichtig. Er ist einer dieser Kettenhunde, die einfach nicht locker lassen. Schon gar nicht gegen sogenannte Top-Scorer. Gerade in diesen Duellen will es Smart der ganzen Welt beweisen. Zudem hat er sich als Ballhandler leicht verbessert und trifft seine Dreier zuverlässiger als Brown oder Tatum (37,1 3P% bei 4,3 3PA).

Die folgende Szene fasst gut zusammen, was Marcus Smart diese Saison auf’s Parkett bringt. Er lässt sich von Steph Curry nur schwer abschütteln und stört den Wurf, obwohl er unter den Block gezwungen wird.

Klar, Steph kann den Dreier beim nächsten Mal auch einfach netzen und niemand redet hier über Smart. Es ist jedoch eines dieser kleinen Dinge, die vor allem in den Playoffs den Unterschied machen. Gehyped von Currys Fehlwurf nimmt sich Smart auf der anderen Seite den zweimaligen MVP selbst zur Brust. Natürlich findet er Hayward frei unterm Korb mit einem perfekten Pass hinter’m Rücken aus dem Post Up heraus. Macht er ja schon seine ganze Karriere über.


Seit der peinlichen Heimniederlage gegen die Rockets haben sich die Kelten auch offensiv wieder etwas zusammengerissen. Gegen die Warriors machte Boston kurzen Prozess und schoss den Champion mit 128 zu 95 aus der Halle. Zwar fehlte Klay Thompson und die Dubs interessieren sich bekanntlich wenig für die reguläre Saison, doch ein Sieg in der Oracle Arena fühlt sich immer gut an.

In diesem Spiel haben die Celtics stellenweise gezeigt, wie gut sie als Mannschaft funktionieren können, wenn jeder involviert ist und zuerst an das Team denkt. Kyrie Irving ging als Anführer mit bestem Beispiel voran. Er brachte es auf elf Assists und sorgte dafür, dass jeder seiner Mitspieler sinnvoll eingebunden wurde.

In dieser Szene hätte er auch den Abschluss gegen Curry suchen können, doch entscheidet sich dafür, den Ball in Bewegung zu bringen. Tatum kickt in die Ecke statt einen schwierigen Wurf am Korb zu nehmen. Der Ball findet Energie, Kyrie spielt den letzten uneigennützigen Pass und Tatum punktet. Der Abschluss ist zwar kein einfacher, doch er entstand durch Ballbewegung und gutes Zusammenspiel.

Gegen die Warriors fiel vor allem Gordon Hayward extrem positiv aus. Seine 30 Punkte kamen bei nur vier Fehlwürfen. Gordi sieht offensiv richtig gut aus, wenn er beim Cut bedient wird. Hier packt er einen Turnaround Jumper aus als wäre es nichts.

Als Kyrie im nächsten Spiel pausierte, lastete wieder mehr auf Haywards Schultern. Zeitweise war er als alleiniger Spielmacher überfordert. Ich sehe ihn lieber als Ballhandler im Flow des Spiels und nicht im hohen Pick-and-Roll mit der vollen Verantwortung.


In unserem ersten Sundae über die Celtics Anfang November wurde bereits thematisiert, dass die steile Entwicklungskurve von Jaylen Brown und Jayson Tatum aus der Vorsaison nicht aufrechtzuerhalten ist. Sowohl Tatum als auch Brown konnten ihre Trefferquoten bisher nicht stabilisieren und straucheln vor allem offensiv. Bei beiden ist zu beobachten, dass sie gerne den eigenen Wurf suchen, wenn sie das Gefühl bekommen, nicht in die Offense integriert zu sein.

Ohne Kyrie legte Tatum gegen die Kings mit Pauken und Trompeten los. Der Sophomore traf sechs seiner ersten sieben Würfe – einige davon waren lange Zweier, die ihm schon das ganze Jahr angekreidet werden. Wenn er sie aber trifft, kannst du dich nicht beschweren. Das Problem war nur, dass dem Jungen der heiße Start schnell zu Kopf stieg.

Es fühlte sich so an, als ob er mit jedem Versuch einen schwierigeren Wurf nehmen wollte. Nur vereinzelt ließ er aufblitzen, wie er auch innerhalb des Systems glänzen kann.

Dabei zeigt der folgende Clip wie schön das aussehen kann: Stevens sagt den Spielzug von der Seitenlinie an, während Hayward den Ball nach vorne bringt. Horford und Tatum besetzen beide Elbows. Hayward passt zu Horford und bewegt sich in Richtung Tatum. Kommt der Screen von Gordi oder kommt er nicht? Mit dieser Frage ist Bogdan Bogdanovic für den Bruchteil einer Sekunde zu lange beschäftigt. Tatum nutzt diesen Moment und rollt sich wie geplant im Rücken seines Verteidigers ab, wo ihn Horford leicht anspielen kann. Die leichtesten zwei Punkte für Tatum an diesem Abend sind das Resultat.


Verdict

Zuallererst: All die Fragen nach der Teamchemie und den Egoproblemen müssen aus der Welt geschafft werden.

Wenn sie klicken, werden die Celtics zu einem sehr ernstzunehmendem Gegner. Der Sieg gegen Golden State muss im Kontext betrachtet und darf nicht überbewertet werden, doch das Momentum ist auf ihrer Seite. Zeigen sie Einsatz und spielen füreinander – ihr größtes Problem der laufenden Saison – sind die Celtics in der Defense eine Macht. Die Verteidigung war für Boston immer der Grundstein für erfolgreichen Basketball.

In der Offensive wird es in den Playoffs darauf ankommen, das umzusetzen, was Brad Stevens ihnen vorgibt. Füllen alle Spieler ihre Rolle bestmöglich aus und agieren in den richtigen Situationen innerhalb des Systems, werden die Celtics auch in der Endrunde eine Offense auffahren, die schwer zu stoppen sein wird. Sie haben diese Woche gezeigt, dass sie dazu fähig sind.


––– BEANTOWN /// SCOOP –––

 

***Alle Statistiken per stats.NBA.com /// bkref.com (10.03.2019)***