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Weekly Sundae: Oklahoma City Thunder

Die Oklahoma City Thunder sind nicht mehr „nur“ noch eine One-Man-Show. Mit den Trades für Paul George und Carmelo Anthony haben auch sie einen Teil zum wilden NBA-Sommer beigetragen. Die Frage ist nun, inwieweit die zwei Neuzugänge und der amtierende MVP Russell Westbrook ihr Spiel gegenseitig komplementieren und sich gegenseitig helfen können.

Data:

Record: 3 – 3

Standings: #9 der Western Conference; #4 der Northwest Division

Opponents & Scores: Knicks (84 – 105; W); Jazz (87 – 96; L); T’Wolves (115 – 113; L); Pacers (114 – 96; W); T’Wolves (116 – 119; L); Bulls (101 – 69; W)

Team Leaders:

Points /// Carmelo Anthony; 23,8 Punkte pro Spiel

Assists /// Russell Westbrook; 12,2 Assists pro Spiel

Rebounds /// Russell Westbrook; 9,8 Rebounds pro Spiel

 

Style of Play:

Eine gewisse Eingewöhnungsphase bei drei, in der Theorie, so dominanten Spielern ist gerade zu Beginn einer Spielzeit zu erwarten. Über die ersten sechs Saisonspiele ist jedoch festzuhalten, dass die Thunder tendenziell schon viel richtig machen. Für das Team von Coach Billy Donovan gilt es vor allem Transition-Situationen zu erzwingen, um dort die Stärken Westbrook bestmöglich nutzen zu können. Um dies zu ermöglichen gilt es eine Defensive zu etablieren, die Steals und Blocks generiert und so gegnerische Turnover verursacht.

In Bezug darauf weist OKC aktuell das drittbeste defensive rating (96.3/gm) der Liga auf. Dies bedeutet, dass gegnerische Teams aktuell in 100 Angriffen im Schnitt 96.3 Punkte erzielen. Desweiteren haben die Thunder ligaweit die meisten Steals pro Spiel  verzeichnet (11.5/gm) und sind ebenfalls eines der Top drei Shot-Blockig-Teams (7.0/gm). Diese Defensivleistungen erlauben das gewünschte Agieren in Transition. Entsprechend sind im Schnitt 20.6% aller Thunder Punkte Folge eines gegnerischen Ballverlustes (jeglicher Art und Weise) und 17% der Punkte resultieren aus einem Fast Break (sind Fast-Break-Punkte). Beide Werte gehören ligaweit zur Spitze und ermöglichen einem der effektivsten Konterspieler der NBA seine Qualitäten adäquat einzubringen.

 

Doch so gut und lobenswert diese Werte auch sind, so dreht sich in der Thunder Offensive nicht mehr alles nur noch um den explosiven Point Guard. In diesem Zusammenhang gilt es für Donovan die richtige Rotation und den richtigen Mix zu finden, um den drei Egos gerecht zu werden.

Der Plan der Thunder bezüglich Anthony ist aktuell, ihn früh im Spiel herauszunehmen, um ihn gegen Ende des 1. Viertels und Anfang des 2. Viertels wieder aufzustellen. Anthony wird dabei auf dem Parkett aus einem Mix von Raymond Felton, Alex Abrines, Patrick Patterson, Terrence Ferguson, Josh Huestis oder Jerami Grant begleitet. Dies gibt dem 33 jährigen offensiv, als Anführer der Second Unit, die Freiheiten, die er so begehrt. Auf dem Spielfeld spiegelt sich das anschließend in vielen Elbow-Isolationen für Melo wieder.

 

Laufen die Angriffe wie im gezeigten Beispiel ab, so ist diese Herangehensweise sicherlich clever. Zum einen erhält Anthony die Freigabe seinen gewohnten Spielstil weiter zu verfolgen, zum anderen erhalten die Thunder einen Go-to-scorer an der Seite ihrer Bankspieler. Es ist jedoch ein Augenmerk darauf zu legen, dass sich die Mitspieler offensiv nicht nur auf Melo verlassen und die Offensive dadurch in Stagnation gerät.

George hingegen startet die meisten Angriffe aus dem Eck des Spielfeldes. Meist erwartet ihn dann ein Pindown oder ein Cross-Screen, der ihm zu einer komfortablen Position in der Post verhelfen soll. Im folgenden Beispiel erhält George einen Pindown von Roberson, um anschließend den Ball zu erhalten und direkt in ein Pick and Roll mit Adams überzugehen.

 

Zu Beachten gilt bei Spielern wie George, dass sie über eine  gewisse Anziehungskraft verfügen, die mit Verlauf des Spieles immer wieder Räume für andere schafft, da der Respekt für George möglicherweise zu defensiven Anpassungen des Gegners führt. Dieses Beispiel zeigt Karl-Anthony Towns, der den Pindown für George erwartet. Bevor der Pick von George überhaupt angenommen wird, rollt Adams hart zum Korb für den Alley-oop.

 

Weiterhin gefällt das Pick and Roll, dass sowohl Westbrook, als auch einen der beiden Anthony oder George involviert. Defensiven können dadurch eine vor Menge Probleme gestellt werden. Westbrook braucht nicht viel Raum, um mit Hilfe seiner Explosivität den Weg zum Korb zu finden. Versucht die Defense das Pick and Roll zu „switchen“ gibt es für den Blockstellenden Spieler die Möglichkeit, ähnlich wie im Fall von Adams, einen Slip anzuwenden und auf Help-Defense zu hoffen. So geschehen im folgenden Beispiel.

 

What to make of it

Sollten die Thunder, ihrem anfänglichen Trend folgen und sich die drei großen Namen noch weiter aufeinander einstellen, so besteht sicherlich die Hoffnung auf eine positiv zu bewertende Saison. Jedoch bleibt auch festzuhalten, dass viele Angriffe, in Hinblick auf Ballbewegung, eher schnell ein Ende zu finden scheinen, sollte der primär durchgeführte Spielzug nicht zum gewünschten Effekt führen. Bedenkt man wiederum, dass der Trade, der Anthony nach OKC brachte, erst einen Tag vor Beginn des Training Camps beschlossen wurde, ist es berechtigt zu diesem Zeitpunkt der Saison noch Zeit für die Einbettung komplexerer Spielzüge und die reibungslosere Durchführung dieser in Anspruch zu nehmen.

Eine weitere Baustelle im Team wird über die nächsten Wochen die Auswahl des fünften Mannes neben den Startern Westbrook, George, Anthony und Adams sein. Roberson ist aktuell der nominelle Starter, gegen Minnesota am 27.10.2017 kam er jedoch beispielsweiße nicht über neun Minuten Spielzeit hinaus, während Josh Huestis 15 Minuten Spielzeit bekam. Die Theorie vor der Saison ließ verlauten, dass Roberson’s offensive Mängel in der neuformierten Mannschaft ein weniger großes Problem darstellen würden. Coach Donovan sieht das augenscheinlich anders, da Roberson’s Minuten nunmehr auf 17.9 Minuten pro Spiel gesunken sind. Im vergangenen Jahr stand der Small Forward noch beachtliche 30.1 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Ein nennenswerter Anwärter auf den Posten ist Josh Huestis. Der 29. Pick des Draftjahrganges 2014 stand in der vergangenen Saison lediglich in 2 Partien auf dem Feld. In der noch jungen Spielzeit war er bei jeder Partie dabei und steht dabei 12.7 Minuten pro Spiel auf dem Feld, Tendenz steigend. Huestis wirkt aufmerksam und fleißig in der Defensive. Offensiv erhofft man sich, dass er den Dreier zumindest Konstanter als Roberson treffen kann.


 

***Alle Statistiken per NBA.com (30.10.2017)***